Ästhetik des menschlichen Körpers

Die Ästhetik des menschlichen Körpers, die in den Blütezeiten globaler Hochkulturen eine bedeutende Rolle spielte, steht im Ba Cologne auch heute wieder im angemessenen Brennpunkt des Interesses.

„Das Leben eines Menschen ist das Leben seines Körpers“, sagt der französische Philosoph Jacques Derrida: In seinem Körper vergewissert der Mensch sich seiner selbst, mit ihm zieht er aus zur erotischen Eroberung der Welt, der Körper ist Ort seiner Freuden, Leiden und Identität, Signum für Leben und Tod. Und so beschäftigt das Nackte von jeher die Künstler: heroisch-ideal in der Antike, rigide auf Schuld, Scham und Religion beschränkt im Mittelalter, als Feier des neuen, gottähnlichen Menschen in der Renaissance. Wie ein Spiegel zeigt das Bild vom Menschen das Bild der Welt – und wie sie es hält im Wandel der Zeiten mit Gott und Moral, Sexualität, Natur und Gesellschaft.
Sex, Schönheit, der Kult um Gesundheit, Wellness und Ernährung – so viel Nacktheit wie heute war nie. Doch trotz massenmedialer Bilderflut vom nackten Menschen kann der Akt in der Kunst nach wie vor schockieren – und ist brisanter denn je: Wo die Welt sich verflüchtigt, Gene manipuliert werden und der Mensch zur beliebig verfügbaren Masse wird, wächst das Bedürfnis nach Innehalten, erweist sich der Körper als letzte verlässliche Zuflucht.

Bindung

Zunahme des Stellenwerts der Individualität in spät-demokratischen Gesellschaften führt dialektisch zu einer zunehmenden Sehnsucht nach Bindung.
Zu Zeiten der Globalisierung entwickelt sich Bindung zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen.
Weltweite Bindung zwischen freien Individuen zeichnet sich gegenüber tradierten Formen der Bindung durch ungeahnte kreative Spannungen aus.
Das Ba Cologne kann kreativer Bindung heutiger Individuen als Forum dienen.

Obstallation

Kunst und Mensch stehen sich im konkreten Raum gegenüber, werden somit zu einer plastischen Einrichtung, zu einer Obstallation.

Der 1989 von Winfried Kirches geschaffene Begriff "Obstallation" will den Stellenwert des Rezipienten von Kunst steigern und neu definieren. Der Begriff "Installation" betonte hauptsächlich das Verhältnis zwischen einerseits dem Kunst-Ding und andererseits dem Raum. Demgegenüber verschiebt der Begriff "Obstallation" den Akzent auf das Verhältnis zwischen einerseits dem Kunst-Ding im Raum und andererseits dem Menschen, der diesen Raum betritt und der dabei weit über die Rolle des früheren Kunst-Rezipienten hinausgehend zu einem im Kunst-Raum Mitagierenden und damit zu einem konstituierenden Teil des Kunstwerks wird.
Im Ba Cologne werden Obstallationen konzipiert und realisiert, sowie Dokumente von Obstallationen präsentiert.